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Aktivierende Sozialpolitik als Frauenförderung?

 

Projektbeschrieb (abgeschlossenes Forschungsprojekt)

Wenn der Sozialstaat die umfassende Eingliederung der arbeitsfähigen Bevölkerung in den Arbeitsmarkt anstrebt, hat das auch Auswirkungen auf das Geschlechterverhältnis. Das traditionelle Modell des männlichen «Ernährers» und der nicht-erwerbstätigen Hausfrau wird durch das Leitbild der eigenständigen Existenzsicherung aller Erwachsenen ersetzt. In den Sozialversicherungen und in der Sozialhilfe äussert sich diese Politik in der Förderung der «Beschäftigungsfähigkeit» und im Druck auf Leistungsbeziehende, eine Arbeit zu finden. Nur selten berücksichtigen entsprechende Programme unterschiedliche Lebenslagen und Bedürfnisse von Frauen und Männern, aber oft knüpfen sie an Geschlechterstereotypen an: Frauen werden im Textilatelier beschäftigt, Männer zum Staplerfahrer ausgebildet.

Ziel

Im Mittelpunkt des Projekts steht die Frage nach dem Gleichstellungspotenzial von Aktivierungsstrategien der Arbeitslosenversicherung und der Sozialhilfe. Wie «investieren» diese Institutionen in die Beschäftigungsfähigkeit von erwerbslosen, oft gering qualifizierten Frauen? Sind die Massnahmen der spezifischen Situation und den Bedürfnissen der Zielgruppe angemessen? Wie gehen die betroffenen Frauen mit den Anforderungen von Aktivierung um? Und was bedeutet der Zugang zur Arbeitswelt für sie? Mehr Autonomie oder eine zusätzliche Belastung? Das Projekt umfasst ethnographische Fallstudien in einem Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum, einem Sozialdienst und drei bis vier Integrationsprogrammen (Beobachtung sowie Interviews mit Mitarbeitenden und Erwerbslosen und deren Partner/innen).

Originaltitel

Lohnende Investitionen? Zum Gleichstellungspotenzial von Sozialinvestitionen und Aktivierung

Projektleitung

  • Prof. Eva Nadai, Hochschule für Soziale Arbeit (HSA), Fachhochschule Nordwestschweiz, Olten
  • Prof. Gisela Hauss, HSA, Fachhochschule Nordwestschweiz, Olten
  • Alan Canonica, HSA, Fachhochschule Nordwestschweiz, Olten
  • Loredana Monte, HSA, Fachhochschule Nordwestschweiz, Olten

 

 

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