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Porträt

 

Chancengleichheit von Mann und Frau: Einiges ist erreicht, viel bleibt zu tun

​Am 28. November 2007 erteilte der Bundesrat dem Schweizerischen Nationalfonds den Auftrag, das NFP 60 Gleichstellung der Geschlechter mit einem Finanzrahmen von CHF 8 Mio. durchzuführen. In 21 interdisziplinären Forschungsprojekten wurden Wirkungsweisen und Herausforderungen gleichstellungspolitischer Programme und Massnahmen in der Schweiz und die komplexen Ursachen für das Fortbestehen von Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern untersucht.

Die Ergebnisse wurden entlang von vier konkreten gleichstellungsrelevanten Handlungsfeldern ausgewertet. Das NFP 60 stellt fest: Gleichstellung im Sinne von Chancengleichheit bringt ökonomischen, gesellschaftlichen und persönlichen Nutzen. In allen Handlungsfeldern – Bildung; Arbeitsmarkt; Vereinbarkeit von Familie, Bildung und Beruf; Soziale Sicherheit – sind trotz formaler Gleichstellung die realen Voraussetzungen für Chancengleichheit und Wahlfreiheit zu verbessern bzw. erst herzustellen.

  • Jungen und Mädchen, Männer und Frauen mit und ohne Kinder sind bei Gleichstellungsmassnahmen gleichermassen in Betracht zu nehmen. Die Vielfalt ihrer Lebensentwürfe ist als selbstverständlich anzuerkennen.
  • Das Wissen aller Akteure und Akteurinnen in gleichstellungsrelevanten Handlungsfeldern muss gebündelt und bedarfsgerecht zur Anwendung gebracht werden. An wichtigen Übergängen im Lebenslauf sind Wahlfreiheiten und Handlungsspielräume für alle zu eröffnen.
  • Den Wechselwirkungen von Einkommen, Steuern, Sozialtransfers und Betreuungskosten ist Rechnung zu tragen, um sicherzustellen, dass sich Erwerbsarbeit für Männer und Frauen gleichermassen lohnt und die Verteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit in freier Wahl erfolgen kann.
  • Der Blick ist aufs Ganze zu richten: In den Handlungsfeldern Bildung, Arbeitsmarkt, Vereinbarkeit und soziale Sicherheit sind gleichgewichtig Massnahmen umsetzen.

Das Programm liefert Impulse, mit denen eine gesellschaftspolitisch wichtige Debatte auf der Grundlage von solidem Faktenwissen weitergeführt werden kann. Die zwanzig, mit wissenschaftlichen Erkenntnissen untermauerten Impulse zur Gestaltung der Gleichstellung finden sich im Synthesebericht (NFP 60 Gleichstellung der Geschlechter. Ergebnisse und Impulse, Synthesebericht des NFP 60, 2014). Die Wissenschaft wurde mit drei Sonderheften in einschlägigen wissenschaftlichen Zeitschriften bedient (Schweizerische Zeitschrift für Soziologie, 2014; Equality, Diversity and Inclusion: An International Journal, 2015; Schweizerische Zeitschrift für Bildungswissenschaften, 2015). Im Januar 2016 erscheint zudem ein Sammelband mit dem Titel „Gender equality in context: policies and practices in Switzerland“ mit elf Beiträgen aus dem NFP 60.

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